Internet: The WayBackMachine

Suche in der Vergangenheit mit der WayBackMachine des Internet Archives
Wer die Zeit im Internet noch einmal zurückdrehen möchte, findet hier die richtige Adresse: www.archive.org. Die Webseite ist auf den Rückblick in vergangene Internet-Zeiten spezialisiert. Mit Hilfe der WayBackMachine, einer Suchmaschine in die Vergangenheit, lassen sich alte Web-Inhalte in ihrer damligen Form aufspüren.
Das Internet Archive ist ein gemeinnütziges Projekt, das sich die Langzeitarchivierung digitaler Daten in frei zugänglicher Form zur Aufgabe gemacht hat. Zurück bis 1996 hat das Internet Archive Momentaufnahmen von mittlerweile 240 Milliarden Webseiten gespeichert. Doch nicht nur alte Webseiten, auch Usenet-Beiträge, Filme, Tonaufnahmen, Bücher und Software lassen sich mit Hilfe der WayBackMachine ausgraben. Es lohnt sich, in alten Online-Ausgaben von Spiegel, Focus & Co. oder auf früheren Unternehmenswebseiten zu stöbern. Die gute, alte Zeit…
In: Allgemein · Schlagworte: Archiv, Der Spiegel, Focus, Internet Archive, Software, Suche, Urheberrecht, Vergangenheit, WayBackMachine, Webseite
Schreiben als Grundlage für den Erfolg

Ulrich Meyer moderiert seit 1995 das SAT.1-Magazin “Akte”. Die Grundlage seines Erfolgs bildet ein ausgereifter Schreibstil. Foto: Oliver Ziebe
Ulrich Meyer (57), Produzent und Moderator des TV-Magazins “Akte – Reporter kämpfen für Sie” (SAT.1) und langjähriger Anchorman der SAT1-Nachrichten, ist überzeugt: Wer im Journalismus, in der Pressearbeit oder auch in der Fernsehmoderation erfolgreich sein will, muss schreiben können. MathiasBruchmann.de fragte nach.
Herr Meyer, Sie sind seit vielen Jahren auf dem Fernsehschirm zu sehen. Was ist für einen Moderator wichtiger – dass er gut reden oder schreiben kann?
Ulrich Meyer: „Moderieren ist zunächst mal Rede-Arbeit, sicher. Aber da erliegen viele Kollegen schon dem verbreiteten Missverständnis: Mund auf, laufen lassen, das reiche aus. Ich sollte aber schon etwas zu sagen haben, wenn ich ein Publikum anspreche, auch in der Unterhaltung. Also gewinnt der zeit-intensive Prozess der Vorbereitung, des Sich-Klarwerdens über meine Rolle, meine Haltung, meine Anmerkungen, enorme Bedeutung – die journalistische Meta-Ebene weit vor der Präsentation: Ich muss einen Sachverhalt erfassen, ihn grundsätzlich verstehen, ihn selbst formulieren, strukturieren, seine Darstellung um Fehlendes ergänzen, sprachlich verfeinern. Und das geht in zumutbarer Form nur, wenn ich diesen Prozess mit einem weißen Blatt Papier oder mit einem Bildschirm ausfechte. Reden wie gedruckt – das war mal ein Bildungsbürger-Ideal. Heute muss ich korrekt und emotional und unterhaltend und innovativ sein. Und das gelingt keinem aus der Hüfte, schon gar nicht zeitlich komprimiert. Ob ich dann das Resultat meiner Heimarbeit mündlich vortrage oder niedergeschrieben weitergebe, bleibt sich letztlich gleich. Das ist dann nur mehr der Zuckerguss der Informations-vermittlung. Der eine oder andere TV-Kollege aber verdient sich genau dabei den entscheidenden Zusatzpunkt, weil er auf dem mühsam erarbeiteten Betonfundament ein paar spontane Locken der Leichtigkeit drehen kann.“
Warum ist ein ausgereifter Schreibstil so wichtig?
Ulrich Meyer: „Ausgereift heißt professionell und damit unbewusst vielversprechend; Amateurhaftes mag ja charmant sein, dafür nimmt man sich aber in der Regel nicht die Zeit. Letztlich will ich den Konsumenten gleich welchen Mediums verführen, sich auf mich und meinen Stoff einzulassen: Deshalb muss die Interessensauslösung stimmen, die Verstehbarkeit des Textes, die Verteilung der Reize, also der Highlights, auf den gesamten Text. Nach dem Grundsätzlichen kommt die Schlüssigkeit des gesamten Gedankenganges, neudeutsch „Storytelling“. Und dann die Feinheiten: die richtige Anwendung von Sprache (Fehler stören unterbewusst jeden und halten vom weiteren Konsumieren ab!), der Rhythmus von Sprache bis in die Silbenzahl eines Satzes hinein (es ist nie falsch, Gedichte gern und laut gelesen zu haben!) – und unter dem Strich die Einlösung des Produktversprechens: Die Investition seiner Lebenszeit in die Aufnahme meines Textes darf den Konsumenten nicht reuen; er muss einen Gewinn mitnehmen an Erkenntnis oder Vergnügen, sonst geht unser beider Rechnung nicht auf – und schlimmstenfalls will er mich nie wieder sehen, lesen, hören. Das alles zu berücksichtigen und zu erfüllen, das ist mündlich nicht zu machen; das verlangt nach dem erwähnten ausgereiften Schreibstil, der sich nach ein paar tausend Stunden ernsthafter Übung schon einstellen sollte – keine Sorge.“
In Ihrer Produktionsfirma Meta productions bilden Sie regelmäßig Volontäre im TV-Journalismus aus. Welche Erfahrungen machen Sie mit dem Nachwuchs?
Ulrich Meyer: „Die jungen Kollegen – die jungen Frauen rein zahlenmäßig noch viel mehr als die erstaunlich wenigen jungen Männer – werfen sich mit anrührender Begeisterungsfähigkeit in den täglichen Kampf. Sie wissen durch Konsum von Fernsehen seit Geburt an viel mehr über dieses Medium als jede Generation zuvor. Sie machen vor der Kamera als Reporter/innen instinktiv vieles richtig, sind in der Lage, die Info-Bedarfslage des mainstream zu erspüren und zu bedienen. Aber: Sie tun sich genauso schwer wie alle Jungjournalisten vor ihnen, Menschen richtig einzuschätzen, Sachverhalte grund-sätzlich zu erfassen und zielstrebig-angemessen zu hinterfragen. Schlimmer aber: Sie geben sich manchmal viel zu schnell und mit zu wenig zufrieden, vielleicht weil sie – statt der allseits bekannten Schere – im Kopf schon die permanente digitale Ablenkung ihrer Konsumenten haben; sie haben oft weniger Fragen als vielmehr Kommentare parat. Dabei haben sie es dank Internet leichter als alle Journalisten vorher zu recherchieren – und deshalb wird die Forderung an neue Erkenntnisse, die ich als Konsument von jungen Journalisten verlange, höher sein als je zuvor.“
Und wie war das bei Ihnen?
Ulrich Meyer: „Ich habe das klassische Zeitungsvolontariat gemacht; habe bei der „Kölnischen Rundschau“ in Köln, Siegburg und Bonn alles kennengelernt: vom von Hand ausgeschnittenem und uhu-verklebten Artikel-Archiv über die Ablage-Organisation in Fotoredaktionen und das Zeichnen von Seiten-Layouts bis hin zur Schreib- Arbeit am Nachrichtentisch, in den Fachredaktionen, im Lokalen und in den Bezirken. Und überall habe ich leidenschaftliche Journalisten angetroffen, die nie auf die Zeit achteten, sich quälten, auf der anderen Seite alles wussten, deshalb zu Recht selbstbewusst, aber mit wenig Geld zufrieden waren. Eine andere Zeit eben…“
Vielen Dank für das Gespräch.
In: Interview · Schlagworte: Akte, Fernsehmoderator, Kölnische Rundschau, META productions, Moderator, Reporter, SAT.1, schreiben, Schreibstil, TV, Ulrich Meyer
Das Newsroom-Konzept

Viel Raum für Ideen: der Presse-Newsrooms in der Siemens-Zentrale München
In meinem Beitrag Zukunft Pressesprecher prognostizierte ich, dass sich Presseabteilungen immer mehr zu Redaktionsbüros entwickeln würden. Erste Unternehmen handeln bereits. Siemens baute seine Presseabteilung zu einem Newsroom um – nach dem Vorbild von Nachrichtenagenturen und Zeitungsredaktionen. Davon konnten sich die Mitglieder der Landesgruppe Bayern des Bundesverbandes deutscher Pressesprecher heute abend in der Münchner Konzernzentrale überzeugen. Oliver Santen, Leiter der zentralen Pressestelle von Siemens: „Andere Unternehmen haben sich unser Konzept auch schon mit großem Interesse angesehen.“
In dem Großraumbüro über zwei Etagen arbeiten Pressesprecher und Kommunikationsmitarbeiter an Schreibtisch-Inseln. Hier werden vor allem auch neue eigene Themen erarbeitet und über die unterschiedlichen Kommunikationskanäle ausgespielt. Besonders auffällig: der große Screen an dem einen Ende des Raumes. Darauf tickern für alle sichtbar News rund um das Unternehmen ein sowie Weltnachrichten und der Siemens-Börsenkurs.
Für Pressechef Santen steht fest: „Der Newsroom verkürzt Wege, beschleunigt unsere Kommunikation.“ Ein spannendes Konzept. Siehe hierzu auch das PR-Magazin.
In: Allgemein · Schlagworte: Bundesverband deutscher Pressesprecher, Konzept, Newsroom, Oliver Santen, PR-Magazin, Siemens
Zukunft Pressesprecher
Die Medienkrise geht weiter – mit Folgen auch für die Pressearbeit. Denn durch die jüngsten Pleiten bei Frankfurter Rundschau, FTD, dapd und Prinz brechen Pressesprechern buchstäblich weitere Ansprechpartner in den Redaktionen weg, worauf auch Nico Kunkel, verantwortlicher Redakteuer des PR-Reports, im Februarheft hinweist. Die Kontaktpflege zu Journalisten wird zur immer größeren Herausforderung. Newsrooms mit ihren rotierenden Schichtbesetzungen erschweren die Kontaktaufnahme ohnehin schon seit Jahren.
Aber es tauchen auch ganz neue Aufgaben der Pressearbeit am Horizont auf. Unternehmenspresseabteilungen wandeln sich den Anforderungen des Marktes entsprechend immer mehr zu Medienagenturen. Die ausgedünnten Redaktionen verlangen nach druckreifen Stories. Für eigene Recherchen bleibt Journalisten immer weniger Zeit. Folglich gilt es, Themen und Experten im Unternehmen zu identifizieren, komplette Beiträge zu erstellen, mit Fotos und Videos anzureichern (siehe auch “Presseabteilung als Redaktionsbüro” in diesem Blog) und über die verschiedensten Kommunikationskanäle auszuspielen. Auch hier befindet sich die Pressearbeit im Umbruch. Denn Adressaten sind längst nicht mehr nur Journalisten als Multiplikatoren, sondern auch die Kunden, die auf ihre Weise angesprochen werden wollen. Eine spannende Zukunft für Pressesprecher.
Welche Erfahrungen machen Sie bei Ihrer Pressearbeit?
In: Allgemein · Schlagworte: dapd, Frankfurter Rundschau, FTD, Medienkrise, Nico Kunkel, Pressesprecher, Prinz, Unternehmen, Zukunft
Richtige Online-Pressemitteilung
Sie wollen für ihre Kanzlei, ihren Verlag oder eine andere Unternehmung eine Pressemitteilung verfassen. Doch bloß wie? Das Presseportal PR-Gateway gibt jetzt in einem Web-Video hilfreiche Ratschläge.
Neun Experten-Tipps für die erfolgreiche Online-Pressemitteilung hat der Pressemeldungsversender aus Grevenbroich zusammengetragen – von der griffigen Überschrift, bis zur geschickten Platzierung relevanter Keywords. Das sechsminütige Video „Pressemitteilung schreiben“ ist für PR-Anfänger ein guter Einstieg in die Thematik und für Fortgeschrittene eine schnelle Auffrischung.
In: Video · Schlagworte: PR, PR-Gateway, Pressemitteilung, Presseportal, Video

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